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geschichte und renovierung der handwerkerkate

UmgebungDas Haus in der Mackeriege 15 wurde, so ist es amtlich festgehalten, im Jahre 1861 gebaut. Zu dieser Zeit betrug die Einwohnerzahl Nordens gerade mal 6199 Personen. Allerdings lag die Mackeriege zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in der Stadt Norden, sondern in der Gemeinde Sandbauerschaft, die Norden fast vollständig umgab. Erst ab 1919, mit der Eingemeindung der Sandbauerschaft, wurde die Mackeriege Teil der Stadt Norden. Die Mackeriege liegt heute in unmittelbarer Nähe der Innenstadt von Norden. Ins Hochdeutsche übersetzt heisst Mackeriege “Macherreihe” und ist also die Strasse der Kleinhandwerker – des Küfers, Schmieds, Töpfers, Zimmerers und so weiter. Auch die unmittelbare Nachbarschaft zeigt, dass es sich um ein relativ grosses Handwerkerzentrum gehandelt haben musste: Namen wie Laukeriege, Weberlohne, Mühlenlohne, Mühlenweg und Molkereilohne zeugen davon. In der unmittelbaren Nachbarschaft wurde aber bereits Ackerbau betrieben. Die Strassennamen Gartenfeld und Feldpfad deuten darauf hin.
Die Mackeriege ist stadtarchitektonisch interessant als da sie zusammen mit der Westerstrasse und der Knyphausenstrasse ein Dreieck bildet. Dieses langschenklige Dreieck, dessen Spitze Richtung Innenstadt (Osten) zeigt, ist nur unterbrochen durch einen Fusspfad, der zwischen der Mackeriege 11 und 13 in Richtung Westerstrasse verläuft (auf dem Satellitenfoto sieht man den Fusspfad zwischen "L27" und "Weberslohne"). Durch diesen Fusspfad bildet sich ein Viereck, dessen östliche Seite, der Fusspfad mit 50m die kürzeste und die Knyphausenstrasse mit 70m die längste Seite bildet. Dieses relativ kleine Viereck von 3.500m2 teilen sich nicht weniger nicht weniger als etwa 15 Häuser. Die durchschnittliche Grundstücksgrösse liegt daher bei nur etwas mehr als 200m2.
Die Häuser innerhalb des oben genannten langschenkligen Dreiecks sind beinahe allesamt im gleichen Stil gehalten. Leider ist diese historisch gewachsene Einförmigkeit durch oftmals dilettantische Modernisierungsmassnahmen inzwischen stark unterbrochen, aber es gibt immer noch eine Reihe von Häusern, die genauso aussehen wie vor 100 Jahren. Einige davon sind in sehr schlechtem Zustand, andere zum Teil sehr aufwendig renoviert.
Fast alle Häuser sind Wand an Wand gebaut. Die Mackeriege 14 und 15 gehörten ursprünglich zwei Brüdern, die sich einen Kamin teilten. Bedingt durch die geringe Grundstücksgrößen sind die Häuser mit Grundflächen von weniger als 100 m2 relativ klein und haben zudem in der Regel nur extrem geringen Raum unter dem Dach.
In den Gärten sind häufig Schuppen aufzufinden, die ursprünglich als Ställe dienten. Die hier ansässigen Handwerker und Landarbeiter haben also nebenher noch im Garten Gemüse angebaut und etwas Vieh gehalten.
Obschon die Mackeriege 15 im Jahre 1930 erbaut wurde, ist die Bausubstanz teilweise wesentlich älter. Ein Teil der verwendeten Ziegel ist von unterschiedlichen Größen und in der Regel sind diese größer als das 1930 verwendete Ziegelformat. Diese Ziegel stammen wahrscheinlich aus den Ruinen des Klosters Marienthal im nördlichen Stadtgebiet von Norden, das 1255 erstmalig erwähnt, und im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde. Die das Dach tragenden Balken sind ebenfalls wesentlich älter als das Baudatum des Hauses. Bei den Renovierungsarbeiten entdeckten die Arbeiter in einem Balken einen aufgerollten Ostfriesischen Kurier von 1871!
Die Wände bestehen, wir erwähnt, aus Ziegeln unterschiedlicher Größen, die durch Lehm zusammengehalten sind. Der ursprüngliche Boden des Hauses bestand aus einer einfachen Lage von Ziegeln. Salpeterbefall an einer Wand deutet darauf hin, dass an kalten Wintertagen das Vieh einfach mit ins Haus genommen wurde.
Bei den Renovierungsarbeiten hatten wir anfangs massive Probleme da zum einen das Haus fast 10 Jahre mit leckendem Dach leergestanden war und zum anderen aufgrund der “Sanierungsmassnahmen” der Vorbesitzer. Einer der Vorbesitzer hat, offensichtlich um die hinteren Räume geräumiger zu machen, einfach die das Dach tragenden Balken in der Mitte durchgesägt (Bild). Um im Obergeschoss mehr Stehhöhe zu haben, wurden zudem noch die Kehlbalken entfernt. Dadurch drückte das Dach auf die Aussenmauern, die nun zudem nicht mehr durch die Maueranker und Balken gehalten wurden. Der Druck auf die Mauern wurde so stark, dass diese sich bereits um mehrere Zentimeter nach aussen gebogen hatten und Risse zeigten (siehe Bild).

Die erste Massnahme war also die Stabilisierung des Hauses. Geplant war die alten durchgesägten Balken herauszunehmen und durch neue zu ersetzen. Da waren uns aber die Maurer zuvorgekommen, die bereits Stahlstreben eingebaut hatten um die die Balken mit den Mauerankern verbinden und ein weiteres Durchbiegen der Aussenmauern zu verhindern. Die zweite Massnahme war der Wiedereinbau der Kehlbalken gefolgt von zahlreichen anderen Maßnahmen um die Statik des Hauses wiederherzustellen.

Nach der Stabilisierung wurde das Dach gedichtet und ein Großteil der früheren “Sanierungsmassnahmen” wieder aufgehoben indem das Haus von Grund auf entkernt wurde. Das Hauptproblem waren nun die nassen Mauern. Nachdem das Dach gedichtet, die Dachrinne repariert, und ein Baum, der angefangen hatte sich in das Mauerwerk einzuwachsen, entfernt wurde, stellte sich die Frage wie man das Haus wieder trocken bekommt. Es gibt da jede Menge Methoden, die allesamt sehr teuer sind, und wir entschieden uns zur billigsten Methode. Da das Haus auf einem Geesthügel steht ist es relativ höher als das gegen Norden, Süden, und Westen gelegene Umfeld, das allesamt aus Marschland besteht. Wenn die Wände nun aus atmungsaktiven Naturmaterialien, Ziegel und Lehm, auf Sandboden stehen, der höher ist als das meiste Umland, so nahmen wir an, dass die nassen Wände wohl kaum auf Grundfeuchtigkeit sondern eher auf das lecke Dach und die mit Schaumstoff isolierten Wände zurückzuführen seien. Und so war es dann auch. Nachdem wir die Isolierungsschichten und den nicht wasserdurchlässig Zementmörtel mühselig entfernt hatten wurde das gesamte Haus von Innen mit Kalkmörtel verputzt. Dadurch konnten die Mauern wieder atmen und nach wenigen Monaten waren sie auch wieder trocken.

Ein Teil der Innenmauern war allerdings in so schlechtem Zustand, dass wir diese rausnehmen mussten. Dennoch wurde in die ursprüngliche Raumaufteilung nicht weitgehend eingegriffen. Ursprünglich befand sich zwischen dem Wohn- und dem Schlafzimmer ein Abstellraum, der schon früher herausgenommen wurde und durch den Einbau einer Gaube im Obergeschoss schafften wir Stehhöhe im Treppenbereich.
Das Haus wurde von Vorbesitzern mit Fenstern versehen, die nicht nur unfachmännisch eingebaut, sondern auch grob entstellend wirkten. Diese wurden durch neue Fenster ersetzt, die sich nun etwa an der gleichen Stelle wie die ursprünglichen Fenster befinden, und auch in den Ausmassen in etwa mit den Originalfenstern vergleichbar sind.

Wie bereits erwähnt, haben wir beim Ausbau des Hauses grossen Wert darauf gelegt, die baukulturelle Identität im Rahmen des uns Möglichen wiederherzustellen. Weiterhin standen Klimaschutz und Energieeinsparung, Vermeidung von Schadstoffen und die Vermeidung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Vordergrund unserer Bestrebungen den Altbau ökologisch unter besonderer Berücksichtigung von Gesundheit und Umweltschutz zu sanieren.

Im Mai 2009 hatten wir endlich Gelegenheit dem Haus den letzten Schliff zu geben indem wir die Fassaden sanieren liessen. Das Haus wurde rot gestrichen um es ein bisschen hervorzuheben. Ursprünglich war das Haus wohl grau – Der Verputz wurde, um Geld zu sparen, einfach nicht angestrichen. Bei der Fassadensanierung wurde auch die Dachrinne erneuert:

Haus vornefassade hinten


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      Ferienhaus Mackeriege • Mackeriege 15 • 26506 Norden • Ostfriesland •

 

 

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